Chinesische Kampfkunst in Soest

Interview mit Kung-Fu Meister & Inhaber Sven Tetzlaff

Stellen Sie sich doch bitte kurz vor.

 

Mein Name ist Sven Tetzlaff. Ich bin 1981 im Venedig von NRW, im Herzen von Lippstadt,

geboren. Mittlerweile lebe ich mit meiner Lebensgefährtin Melanie und ihrer Tochter Lucy im

beschaulichen Bad Sassendorf und trainiere in Soest meine Schüler in den chinesischen

Kampfkünsten.

 

Wie lange betreiben Sie schon Kampfkunst?

 

Ich habe vor 26 Jahren, im Jahre 1991, mit der Kampfkunst Kung-Fu in Lippstadt begonnen,

bevor ich 1995 mit dem WTF Tae-Kwon Do gestartet habe. Zu meiner Ausbildung gehörte

weiterhin das traditionelle Qi-Gong, sowie das chinesische Kickboxen Sanda / San-Shou. Im

Jahre 2003 habe ich erfolgreich meine Meisterprüfung im Kung-Fu bestanden.

 

Welche Vorraussetzungen braucht man, um Kung-Fu zu erlernen?

 

Generell braucht man erstmal keine bestimmten Voraussetzungen, jeder kann Kung-Fu

erlernen. Unsere jüngste Schülerin ist 4 Jahre alt und unser ältester Schüler 63. Auch körperlich

ist es nicht notwendig, wie der nächste Adonis auszusehen. Wir wollen das Beste aus jedem

Schüler herausholen und diesen zu seinem persönlichen Ziel verhelfen. Egal ob es um

gelenkiger werden, abnehmen oder um sich selbst verteidigen zu können geht, bei uns fühlt

sich jeder wohl. Unser gemeinsames Ziel ist der Schwarzgurt.

 

Wie lange dauert es, bis man sich verteidigen kann?

 

Wer denkt, er kann sich nach drei oder vier Trainingseinheiten selbst verteidigen, der hat von

effektiver Selbstverteidigung noch nicht viel Ahnung. Das kontinuierliche Einstudieren von

Selbstverteidigungs-Situationen aus dem Notfall heraus, die mentale Einstellung zu dieser

Notsituation und die Selbstsicherheit, die von Training zu Training aufgebaut wird, dauert

teilweise Jahre. Jedes Training macht dich ein Stückchen besser.

 

Was zeichnet die Kampfkunstschule Tetzlaff aus Soest (NRW) aus?

 

Wir sind im weiteren Umkreis die einzige Schule, die diese Kombination von chinesischen

Kampfkünsten anbietet. Die traditionelle Kampfkunst Kung-Fu, der moderne Kampfsport

San-Shou, das originale Tai-Chi im Yang-Stil, sowie die beruhigende Art der Meditation

Qi-Gong. Alles im Angebot in der Kampfkunstschule Tetzlaff. Als weiteres

Alleinstellungsmerkmal möchte ich das Ausbildungssystem anmerken. Nach über 5jähriger

Entwicklung habe ich die Kampfkunst-Inhalte, die ich über die letzten 3 Jahrzehnte kennen

gelernt habe, in einem System kombiniert. Mit Hilfe von 18 Lernmethoden wird dem Schüler die

Kampfkunst näher gebracht. Dies ist einzigartig im Shiba Jiao Gongfu und orientiert sich an den

Eigenschaften des Schülers.

Außerdem können wir selbstbewußt sagen, dass wir das modernste und vielfältigste

Trainings-Equipment im Umkreis präsentieren können. Die moderne Ausstattung findet sich

auch im Warte- und Empfangsbereich wieder. Im Gang zu den Umkleiden findet sich das

Checkin-System zur Anwesenheitskontrolle seinen Platz. Den warteten Eltern bieten wir

kostenlose kalte und warme Getränke an.

 

Wie ist das Training für Anfänger aufgebaut?

 

Unser Unterricht ist nach Altersklassen unterteilt. Kinder bis 10 Jahre, Jugendliche bis 15 Jahre,

Erwachsene bis 29 Jahre und Veteranen ab 30 Jahre. Je nach Altersklasse gibt es spezielle

Trainingsinhalte. So muss ein Kind nicht schwere Bewegungsabläufe lernen oder ein

Ü30-Schüler mit “halsbrecherischer” Akrobatik beschäftigen. Generell gilt aber bei uns: Wer will,

der kann! Möchte ein Schüler besondere Inhalte erlernen, die eigentlich noch nicht für seine

Altersklasse angedacht sind, bespricht sich das Trainerteam und lehrt auch diese Inhalte. Da

unsere Kurse sehr gut besucht sind, werden wir in Kürze noch mehr Kinderangebote und

eventuell eine Ü50-Stunde anbieten.

 

Was ist in Zukunft geplant?

 

So langsam startet die dunkle Jahreszeit. Dieses Thema möchten wir aufgreifen, sensibiliseren

und spezielle Frauen-Selbstverteidigungs-Kurse anbieten. Hier lernen die Damen sich mit

direkten und einfachen Techniken sich selbst wirkungsvoll zu verteidigen. Die Teilnahme an

Meisterschaften und Vorführungen liegt uns sehr am Herzen, auch dies werden wir im Jahr

2018 weiter forcieren. Ein spezielles Wettkampftraining für die unterschiedlichen Kampfklassen

ist in Planung. Weiterhin denken wir darüber nach ein Deeskalations-Training anzubieten.

 

Wie sichern Sie die Qualität der Ausbildung ihrer Trainer?

 

Erstmal muss ich über den Begriff “Trainer” aufklären. Bei uns gibt es grundsätzlich drei Stufen

vor dem Meistergrad. Diese lauten Schüler, Assistent und Trainer. Schüler sind alle

Schülergrade bis zum 02. Schülergrad. Braungurte, die den 01. Schülergrad erreicht haben,

werden Assistenten genannt. Haben Schüler ihre Schwarzgurtprüfung erfolgreich absolviert,

werden diese zum Trainer ernannt. Für eine erfolgreiche Schwarzgurtprüfung gehört neben den

theoretischen und praktischen Anforderungen auch die Teilnahme an unterschiedlichen

Seminaren und Weiterbildungen. Schüler unter dem 02. Schülergrad können sich ebenso als

Assistent ausbilden lassen und die Trainer im Training unterstützen. Durch die kontinuerliche

Teilnahme, Dokumentation und Auswertung des Wissens können wir die Fortschritte der

unterschiedlichen Trainer festhalten und somit einen gewissen Qualitätsanspruch

gewährleisten.